Kindesunterhalt

Leben die Eltern eines Kindes nicht zusammen, lebt das Kind in Regel nur bei einem Elternteil. Damit einher geht auch die Betreuung des Kindes und damit auch die Versorgung mit Essen, Kleidung, Taschengeld und den Dingen des täglichen Lebens. Die Kosten muss grundsätzlich der betreuende Elternteil selbst tragen. Jedoch muss auch der nicht betreuende Elternteil seinen Beitrag leisten. Es gilt der Grundsatz, dass beide Eltern Unterhalt zu leisten haben: der eine Teil durch Pflege und Erziehung und der andere durch Zahlung von Geld.

Wer schuldet dem Kind Unterhalt?

Das minderjährige Kind hat grundsätzlich einen Unterhaltsanspruch gegen beide Eltern. Der betreuende Elternteil erbringt seine Unterhaltspflicht durch die Betreuung und die Versorgung des Kindes. Der andere Teil muss zahlen. Dies gilt unabhängig davon, wer das Sorgerecht hat.

Bei minderjährigen Kindern muss nicht betreuende Elternteil einen Mindestunterhalt zahlen. Dieser richtet sich nach dem Alter des Kindes und dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Je höher sein Einkommen ist, desto mehr bekommt das Kind an monatlichem Unterhalt. Mit wachsendem Alter steigen die Ansprüche des Kindes, so dass der Unterhalt mit der Zeit erhöht wird. Die genauen Beträge richten sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Insbesondere muss beachtet werden, dass die direkten Verwandten in gerader Linie eine gesteigerte Unterhaltspflicht haben. Es ist dem getrennt lebenden Vater also durchaus zuzumuten, für den Unterhalt seines minderjährigen Kindes mehr als die üblichen 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Die Gerichte stellen hohe Anforderungen an den unterhaltspflichtigen Elternteil. So muss er beispielsweise bei Arbeitslosigkeit nachweisen, dass er sich jeden Tag um Arbeit bemüht.

Unterhalt gerichtlich einklagen?

Der gesetzliche Mindestunterhalt kann bei Nichtzahlung gerichtlich durchgesetzt werden. Das Kind wird dabei von dem Elternteil, bei dem es lebt, vertreten. Zunächst wird der unterhaltspflichtige Elternteil zur Auskunft über sein Vermögen aufgefordert, weil sich die Höhe des Unterhalts nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen richtet. Falls hierauf keine Reaktion erfolgt, kann der Unterhalt per einstweiliger Verfügung eingeklagt werden. Ab jetzt muss sich das Gericht mit dem Unterhaltsanspruch befassen. Der Unterhaltspflichtige ist ab sofort in Verzug. Das bedeutet, dass er ab diesem Zeitpunkt sämtliche Unterhaltsbeträge nachzahlen muss.

Nicht selten sind Alleinerziehende auf den Kindesunterhalt des anderen Elternteils angewiesen. Es ist dann oft unumgänglich, dass die Zahlungen sofort kommen und auch zuverlässig jeden Monat eintreffen. In solchen Fällen stellen wir für Sie einen Eilantrag bei Gericht, damit kein Engpass für Sie entsteht. Der Eilantrag wird bei Gericht vorrangig bearbeitet und führt zu einer schnellen Durchsetzung Ihres Unterhaltsanspruchs.

Unterhalt vom Ehepartner

Die Ehepartner sind sich in der Ehe und auch danach zur gegenseitigen Solidarität verpflichtet. Leben die Eheleute in Trennung, so kann unter Umständen Trennungsunterhalt verlangt werden.

Nach der Scheidung kann ein Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt bestehen. Grundsätzlich gilt nach der Ehe das Prinzip der Selbstverantwortlichkeit. Aus bestimmten Gründen kann aber eine Verpflichtung dennoch bestehen, beispielsweise wegen Alters oder Krankheit des Bedürftigen.

Anwaltliche Beratung

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