Die Anwaltskosten richten sich in erster Linie nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Die dort vorgegebenen Gebühren sind deutschlandweit Standard. Sie dürfen nicht unterschritten werden, hieran hat sich jeder Anwalt zu halten.

Damit Sie von Anfang an wissen, mit welchen Kosten Sie bei einer anwaltlichen Vertretung zu rechnen haben, sprechen wir gleich im ersten Gespräch offen über die Gebühren. Evtl. kommt für Sie Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe (Verfahrenskostenhilfe) in Betracht. Das können Sie mit dem Rechner bereits vorab herausfinden.


Kosten für einen Prozess

Wenn sich die Parteien nicht außergerichtlich einigen können, muss das Gericht entscheiden. Bei Gerichtsprozessen fallen dann zusätzliche Gebühren für die Rechtsanwälte und für das Gericht an. Das Risiko, auf den Kosten sitzen zu bleiben, steigt also an.

Die Gerichtsgebühren sind grundsätzlich nicht so hoch wie die Anwaltsgebühren. Aber auch die Gerichtskosten können unter Umständen stark ansteigen, insbesondere wenn ein Sachverständigengutachten nötig wird. Die Kosten richten sich stets nach dem Streitwert, also z. B. in Höhe der eingeklagten Forderung.

Wenn Sie wissen, wie hoch Ihr Streitwert ist, können Sie das Kostenrisiko eines Prozesses schon vorab berechnen.

 Hier geht es zum Prozesskostenrechner.


Scheidungskosten

Bei einer Scheidung sind Gerichtskosten und Anwaltskosten zu zahlen. Wenn beide Eheleute anwaltlich vertreten sind, zahlt in der Regel jeder seinen Anwalt selbst. Die Gerichtskosten tragen beide zur Hälfte.

Die Anwalts- und Gerichtskosten richten sich immer nach dem Verfahrenswert. Der Verfahrenswert bestimmt sich nach dem zusammengerechneten dreifachen Nettoeinkommen beider Ehegatten. Falls Vermögen vorhanden ist, wird dies mit 10 % des eigentlichen Wertes hinzugerechnet. Hier gelten aber wiederum Ausnahmen, z. B. wenn weniger als 5.000 EUR an Vermögen vorhanden ist (Freibetrag), oder wenn es sich bei dem Vermögen um eine selbstgenutzte Immobilie handelt. Diese Vermögenswerte gelten als Schonvermögen und werden nicht zum Verfahrenswert hinzugerechnet. Es bleibt dann bei dem dreifachen Nettoeinkommen beider Ehegatten.

Hinweis: Die Berechnung der Scheidungskosten wird von den Gerichten unterschiedlich gehandhabt. Für eine genaue Prognose fragen Sie Ihren Rechtsanwalt!


 

Scheidungskostenrechner:

(Ohne Gewähr)


Prozesskostenhilfe und Verfahrenskostenhilfe

Bei allen gerichtlichen Verfahren besteht die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe (im Familienrecht Verfahrenskostenhilfe). Es handelt sich um eine Sozialleistung, also müssen hierfür alle Unterlagen vorgelegt werden, die zeigen, dass der Antragsteller bedürftig ist.
 Um herauszufinden, ob Sie prozesskostenhilfeberechtigt sind, finden Sie hier einen Prozesskostenhilferechner.


Beratungshilfe

Wenn Sie anwaltliche Hilfe brauchen und bedürftig sind, können Sie Beratungshilfe beantragen. Wichtig: Die Beratungshilfe müssen Sie vor Ihrem Besuch beim Rechtsanwalt beantragen. Zuständig ist das Amtsgericht Ihres Wohnortes. Die Beratungshilfe wird unter den gleichen Voraussetzungen gewährt wie die ratenfreie Prozesskostenhilfe.
Hier geht es zum Beratungshilferechner.